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HOCHWASSER IM AHRTAL - EIN BERICHT

von Andrew Holloway Juli 23, 2021 1 Lesezeit min.

Menschen räumen in Altenahr fünf Tage nach dem Hochwasser auf.

Bericht aus Altenahr

Ich berichte von meinem Aufenthalt im Ahrtal beim Weingut Sermann nach dem Hochwasser.

Helfen oder Spenden?

Nach einer ganzen Woche des Grübelns habe ich mich freiwillig gemeldet, um zu helfen. Warum so spät? Weil Helfenwollen manchmal gar keine Hilfe ist. Wenn man ohne einen Tankwagen voller Trinkwasser oder eine richtig krasse Pumpe anrollt, kann es schnell passieren, daß die Hilfe zur Last wird. Wenn es keinen Strom gibt, keine Toiletten, dann kann eine Geldspende wirklich die beste Hilfe sein.

Unterschätze die Lage nicht. Es ist keine Überschwemmung wie eine Badewanne, die immer voller wurde und schließlich überlief. Das Wasser schlug ein und flutete die Gelände mit sechs Metern stark fließendem Wasser voller Bäume, Maschinen, Autos und ja, auch Weintanks und Fässer. Alles ist kaputt. Ein Achtel der Strukturen wird abgerissen. Selbst Bauwerke, in denen man steht können kurzfristig als abbruchwürdig eingestuft und ohne weitere Formalitäten eingestampft werden.

Unterschätze die Aufgabe des Helfens nicht. Du betritts ein Katastrophengebiet auf eigenes Risiko mit allen Konsequenzen. Wer dahin will muss auf sich selbst achten. Wenn Du sechs Stunden lang in eine Eimerbrigade einreihst und heil nach Hause kommst, hast Du geholfen. Kommst Du noch mal bist Du ein Helfer. Aufräumen ist Knochenarbeit im Schlamm und die psychische Belastung ist erheblich. Sprich mal mit den Ahrtalern, sie werden sagen, ob, wann und wie Du helfen kannst. Gehe nicht ohne Plan in das Katastrophengebiet.

Gruppen von Helfern aus anderen Weinregionen tauchten auf. Hessen, Schwaben und Pfälzer ließen sich in der Dunkelheit mit ihren Akzenten orten, während wir mit Stirnlampen ein Keller von dem Schlamm befreiten. "Die Weinlese steht vor der Tür!"