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Die Geschichte des Standard

von Andrew Holloway Februar 23, 2022 3 Lesezeit min.

"Standard" auf ein Flaschenfeld geschrieben.

In der Annahme, daß Du, lieber Leser, Dich dafür interessierst, wie Weinmarken entstehen, ziehen wir jetzt den Vorhang beiseite, der diesen geheimnisvollen Prozess umhüllt, um Dir einen Einblick in die Entwicklung unseres Hausweins "Standard" zu geben.

Wir wollten nur das Leben ein bisschen einfacher machen.

Vor einigen Jahren haben wir einen besonderen Trend festgestellt. Die jungen und aufstrebenden Winzerinnen und Winzer, mit denen wir hauptsächlich zusammenarbeiten, erhöhten ihre Preise mit großer Regelmäßigkeit. Es waren ungefähr 5% pro Jahr. Das ist eigentlich eine Geschichte für sich wert. Sagen wir einfach, daß die Preiserhöhungen meist durch die materiellen Investitionen dieser Familien gerechtfertigt waren und, daß die Qualität sicherlich gestiegen ist. Die Folge war jedoch, daß die Preise schnell aus dem Bereich herauswuchsen, in dem die meisten Gastronomen glaubten, es sich leisten zu können, Wein glasweise zu verkaufen. Auch das ist fast eine eigene Geschichte wert. Sagen wir einfach, daß inzwischen der Bann der Preise gebrochen ist und daß die Inflation geholfen hat. Die Weinbar, in der ich ab und zu ein Glas Wein trinke, hat kein Problem damit, ein Glas Wein für zehn Euro glatt zu verkaufen. Die Zehn-Euro-Hürde ist überwunden. Es sei darauf hingewiesen, daß es sich bei den betreffenden Weinen um Einzellagenweine von sehr renommierten Winzern handelt. Ist das nicht der Sinn einer Weinbar? Die Möglichkeit, ein Glas Wein zu probieren, ohne sich gleich für eine ganze Flasche zu entscheiden? Übrigens, wir haben auch für dieses Problem eine Lösung. Die Hürde, eine ganze Flasche in einer Weinbar zu kaufen, kannst Du überwinden, indem Du einen Freund mitbringst. Zwei Personen, die eine Flasche Wein trinken, sind völlig in Ordnung. Drei Personen sind sogar noch cooler. Schnapp Dir Deine People und geht in die Weinbar. Kommt schon Leute, irgendjemand muss die Wirtschaft ankurbeln und die armen Weinclans unterstützen. Daß die Clans prinzipiell nicht arm sind, ist eine Geschichte für sich, auf die wir hier auf gar kein Fall näher eingehen möchte. Zurück zur Entstehungsgeschichte der Marke.

Hauswein gesucht, Hausschwein erfunden.

Vor über einem Jahrzehnt haben wir von unseren Kunden das Bedürfnis nach einem wirklich guten Hauswein gespürt. Er sollte ein Weißwein sein. Er sollte trocken sein. Er sollte erschwinglich sein. Er sollte tadellos sein. Er dürfte einen Schraubverschluß haben. Er sollte zu einem breiten Spektrum von Gästen und einer hohen Bandbreite von Speisen passen. Könnte er neutral sein? Dürfte er unbedenklich sein? Sollte er sogar ein bisschen langweilig sein? Wir machten uns auf die Suche nach ihm. Wir reisten. Wir ließen Proben kommen. Wir sammelten die Flaschen ein und verkosteten sie in einem kontrollierten Rahmen mit einem Spezialistenteam und einer standardisierten Speisebegleitung.  Es war während der Fußballweltmeisterschaft und die standardisierte Begleitspeise war anfangs Pizza, aber auch diese entwickelte sich zu Kalbsburgern mit Knoblauchconfit oder Büffelbratwurst. Schon bald fanden wir unseren Wein. Es war die Flasche, die sich zuerst leerte. Südlich der Alpen überredeten wir ein Familienweingut, ganz freundlich, die Marke mit uns zu produzieren, und wir begannen sie unserer Catering-Kundschaft anzubieten. Es war ein beängstigender Erfolg. Wir erweiterten das Sortiment um einen Rotwein und, fast nebenbei, um einen Rosé. Wir bemerkten bald zwei Trends. Erstens waren wir ständig mit dem Standard ausverkauft. Zweitens tauchten Familien im Lager auf, die große Mengen Standard in ihre Autos luden. Familien. Sie brachten ihre Kinder mit, um beim Verladen des Weins zu helfen. Wir hatten ein Monster geschaffen, das wir kaum noch kontrollieren konnten. In dem Bemühen, einen "Arbeitswein" herzustellen, der unter dem Radar fliegt, hatten wir versehentlich ein Kultphänomen geschaffen, an das wir nun gekettet waren. Dann, wie so oft in der Welt des Weins, riss die Kette. Wir waren davon überzeugt, daß der Wein zwar wirklich gut war, aber noch besser sein könnte. Könnte er sogar bio sein? So begann der Prozess von Neuem und brachte uns in ein Flugzeug nach Südeuropa, wo wir einen neuen Standard schufen. Bis der füllfertig wurde verging ein halbes Jahr. Seit zwei Tagen ist er auf Lager. Der Weißwein wird aus roten bio Bobal Trauben hergestellt, was zu einem etwas geringeren Säuregehalt führt und mit organoleptischer Präzision als ultralecker bezeichnet werden kann. Der bio Bobal Rosé ist knackig und enorm trinkbar. Der Rotwein ist ein Syrah, bio, reichhaltig und saulecker der wirklich sehr gut zu Pizza passt.