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Keeping it real in the Kamptal - Kurt Angerer

von Andrew Holloway September 17, 2021 2 Lesezeit min.

Simone fährt lachend eine Palette mit dem Gabelstapler.

Keeping it real in the Kamptal- Ein Besuch bei Weingut Kurt Angerer

Kamptal, wirklich?

Wir kommen bei Kurt Angerer an und fragen: "Wo ist der Kamp? Der Kamp ist eine Art Star, ein bisschen wie Tom Selleck. Hochwasser (2002), Staudämme überall, Gerede von "extremen Abflussereignissen" - Wo ist er also, der Kamp, der Fluss mit Schnauzbart und Hawaiihemd?

Weinregion nach Flusstal benannt­ ­– kommt dieser Formel vor, werden wir regelrecht getriggert. „MANN!“ Sicher hören wir gleich, daß der Fluss ein einzigartiges Mikroklima schafft, wirklich einmalig, das es nur hier gibt und deshalb machen sie die geilsten Grünen Veltliner überhaupt. Die Sonne wird vom Fluss in dem Weinberg mit einem Winkel von 27 Grad reflektiert und besonnt so die heranreifenden Trauben von unten! Wohl kaum.

Denn der Kamp fließt auf seinem Weg nach Süden zur Donau an Langenlois vorbei, und Langenlois ist sieben Kilometer von uns hier in Lengenfeld entfernt. Es kann Null der Fall sein, daß der Kamp den Wein macht, oder? In Lengenfeld gibt es den Lengenfelder Bach. Wie wär's damit? Macht der Lengenfelder uns den River Dance?

Wir schlagen bei Kurt Angerer auf und fragen: "Wo ist Kurt?" Wir hatten uns so sehr gewünscht, ihn sticheln zu können. "Sag mal Kurt, warum machst Du keinen Biowein?" Aber Kurt ist weg. Schenkt irgendwo seinen Wein aus. Er hätte gesagt, was er neulich gesagt hat. "Ihr wisst, dass ich keinen Dreck im Weinberg verteile." Das wissen wir in der Tat.

Wir stehen im Hof und beladen unseren Wagen mit Wein und bemühen uns, nicht überfahren zu werden. Hier geht es ganz bodenständig zu. Anders als die abgespaceden Biodynamiker. Wenn wir nur solche Winzer führen würden, wären wir irgendwie unglaubwürdig. Als Kurt vor 22 Jahren an der Rampe erschien, um unsere erste Bestellung abzuladen, waren wir erstaunt. Er war zehn Stunden gefahren, um uns seinen Wein zu bringen.  Er war auf dem Weg, sagte er. Persönliche Ökologie. Jetzt laden wir selbst bei ihm auf, weil wir auf dem Weg nach Hause sind.

Wir fragen Simone nach den Weinbergen und werden von einer Lawine von Informationen überrollt, die hier zu wiederholen sinnlos wäre. Macht der Fluss den Wein? Nicht wirklich. Macht der Boden den Wein? Schwer zu sagen. Kurt macht den Wein! Ja, so ist es. Auf dem Hof stehen drei Milchtankwagen, um die herum viel gewachsen ist. Er hat uns schon vor Jahrzehnten von diesen Tanks erzählt. Er benutzt sie als Gärtanks, als Notlösung. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum der Grüne Veltliner so spitzkremig und profund wird. Die liegenden Tanks bieten mehr Kontaktfläche zwischen Feinhefe und Wein.

In der letzten Augustwoche, vor der Ernte, verweilen wir eine Stunde länger, essen eine Jause. Wir würden so gerne noch länger bleiben, aber wir müssen heimwärts los.

 

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